Thrillerpfeife

Martial Arts: Unterschiede lernen

Karate besteht nicht aus „Auftragen und Polieren“ und Ninjas sind keine mutierten Schildkröten! Außerdem macht nicht jeder Kämpfer, der Tritte einsetzt, „Kung Fu“. Es gibt unzählige verschiedene Kampfkünste und Kampfsportarten; der folgende Artikel will die bekanntesten unter ihnen- allerdings nur die ostasiatischen- kurz vorstellen, um den Unwissenden wenigstens eine grobe Vorstellung zu verschaffen.

Ursprung

Martial Arts“ ist der Oberbegriff für sämtliche Kampfkunstsysteme. Die meisten von ihnen stammen aus dem ostasiatschen Raum und haben eine gemeinsame Wurzel: Es wird angenommen, dass es bereits vor Buddhas Lebzeiten Systeme gab, die zwar als Atemübungen gedacht waren, den heutigen Kampfsystemen aber sehr geähnelt haben. Untersucht man die Geschichte der Kampfkünste, so kommt man an einen Namen nicht vorbei, obwohl auch auch seine Existenz von heutigen Geschichtsforschern angezweifelt wird; Bodhirdarma. Dieser indische Mönch, der von 470 bis 543 gelebt haben soll, gilt als der 28. Nachfolger des Buddha und Begründer der Kampfkünste. Nachdem er eine Pilgerfahrt nach China unternahm, blieb er in einem buddhistischen Kloster, dem Shaolin. Da die Mönche von ihren langen Gebeten körperlich sehr schwach waren, verband Bodhirdarma Meditationstechniken aus dem Chanbuddhismus mit Übungen aus dem Kalaripayat (ein primitives indisches Kampfsystem mit Waffen), um die Mönche damit physisch zu ertüchtigen. Aus diesen Übungen entstand später das Quanfa, welches die Shaolinmönche zu gefürchteten Kämpfern im ganzen Land machte. Jedoch wurde das Kloster im Laufe der Jahrhunderte mehrfach zerstört und die Mönche, die sich retten konnten, mussten ihre Kampfkünste sichern, indem sie Schüler aufnahmen. Auf diese Weise verbreitete sich die Kunst der Shaolin im ganzen Land und je nach Meister und anderen Begebenheiten, wie religiöse Aspekte, entwickelten sich viele verscheidene Stile, die sich auch bald in anderen Ländern ausbreiteten und neue Kampfkünste entstehen ließen.

Kung Fu

Quanfa und Wushu sind nur andere Begriffe für die im Westen unter dem Namen Kung Fu („harte Arbeit“) bekannt gewordenen Systeme. Es gibt heute hunderte verschiedene Stile. Einige sind Tierstile, wie die ursprünglichen 5 Tierstile des Shaolin-Quanfa (Schlange, Kranich, Tiger, Leopart und Drache), der Affen-Stil, der Gottesanbeterin-Stil und andere. Durch diverse Kung Fu Filme ist auch das Drunken Boxing bekannt geworden. Auch Tai Chi Quan und Wing Tsun sind Kung Fu Stile. Man unterscheidet auch zwischen inneren und äußeren Schulen. Die äußeren Schulen setzen stark auf körperliche Fitness, woraus sich die akrobatischen Kunststücke entwickelt haben, die wir aus dem Fernsehen kennen. Die inneren Schulen dagegen legen den Akzent auf die Stärkung des Qi, der Lebensenergie. Insgesamt werden im Kung Fu sowohl Tritte, als auch Schläge, Hebel und Würfe in unterschiedlichsten Variationen trainiert.

Ein Shaolin Mönch bei einer kleinen Kung Fu  Vorführung:


Karate

Karate-Do, zu deutsch „Weg der leeren Hand“, bezeichnet die Kampfsysteme, die sich auf der heute japanischen Insel Okinawa entwickelt haben. Es ist eine Symbiose aus mehreren Kung Fu Stilen und des sogenannten „Te“, bzw. „Okinawa-Te“, eines Selbstverteidigungssystems, das von Bauern zur waffenlosen Abwehr der Samurai entwickelt worden war. Seine Techiken sind weniger weich als die Kung Fu Stile und es gibt 4 große Stilrichtungen: Shotokan, Goju Ryu, Wado Ryu und Shito Ryu. Karateka (Karatekämpfer) trainieren heute 4 große Bereiche: Kata (komplexe, vorgeschriebene Schattenboxkombinationen), Kihon (die Grundschultechniken, die ebenfalls ohne Partner geübt werden), Kumite (der Wettkampfsport) und Selbstverteidigung. Erlaubt ist wie im Kung Fu alles, Schläge, Würfe, Tritte und Hebel.

So sieht eine von vielen Katas aus: Die Goju Ryu Kata „Saifa“:

Teakwon Do

Teakwon-Do („Weg des Faustes und des Fußes“) ist die koreanische Form des Karate und damit die weltweit populärste Karatevariante. Die Techniken sind dem japanischen Karate sehr ähnlich, nur wird hier ein viel größerer Wert auf Tritte gelegt. Außerdem ist dieses System heute verstärkt auf den Wettkampf ausgerichtet, weshalb sie im Gegensatz zum traditionellen Karate mehr auf größere Distanzen zwischen zwei Gegnern aus ist (für eine offene Kampfsituation auf der Kampffläche).

Ein paar Ausschnitte aus verschiedenen Teakwon-Do Kämpfen:

Judo

Judo ist ein japanisches Kampfsystem, das „weicher Weg“ bedeutet. Weich, weil es in diesem System heute weder Schläge, noch Tritte, sondern fast ausschließlich Würfe, Hebel und Würgegriffe gibt. Ziel ist es, den Gegner nach Möglichkeit mit seiner eigenen Kraft zu bezwingen und zu Boden zu bringen.

Ein Judokampf:

Ninjutsu

Dies ist die Kampfkunst der legendären Schattenkrieger, der Ninja. Ninjutsu (japanisch für „Kunst des Erduldens“) hat seine Ursprünge im mittelalterlichen Japan. Ninja waren Spione und gleichzeitig Auftragskiller, die sich in die Dienste von Landesherren gestellt haben. Ihre Hauptaufgaben bestanden, wie erwähnt, in der Spionage von Feinden und in der Tötung ebendieser. Die waffenlosen Kampftechniken des Ninjutsu ähneln in ihrer Form der des Karate, allerdings gehören auch Techniken des Schleichens und Versteckens zu diesem System. Auch der Umgang mit Schwertern, Wurfsternen, Rauchbomben und anderen Waffen werden hier gelehrt; sogar Giftmischen zählt zu den ursprünglichen Aspekten dieser Kampfkunst.

Ninjutsu-Demonstration:

Sumo

Sumoringen kommt ebenfalls aus Japan. Diese Kampfkunst blickt auf eine sehr lange Tradition zurück; die erste bekannte Erwähnung des Systems stammt aus dem Jahr 712. Ein Sumokampf findet statt in einer kreisrunden Kampffläche. Erlaubt sind hier nur Schläge mit der offenen Hand und Würfe. Ziel ist es, den Gegner aus dem Gleichgewicht zu bringen, sodass er entweder die Fläche außerhalb des Ringes berührt, oder aber den Boden der Kampffläche mit einem anderen Körperteil als den Fußsohlen. Gleichgewicht spielt die zentrale Rolle für die Sumotori (Sumoringer). Darum legen sie wert darauf, sich ein stattliches Kampfgewicht zuzulegen und sie trainieren, um möglichst immer standhaft zu bleiben.

Ein Sumoringkampf:

Aikido

Das japanische Aikido lässt sich mit „Weg der Harmonie im Zusammenspiel mit Energie“ übersetzen und es handelt sich hierbei um ein reines Verteidigungssystem, das keinerlei Angriffe kennt. Wie beim Judo gibt es hier grundlegend keine Tritte und Schläge. An Techniken werden nur Hebel und Würfe angewendet, mit dem Ziel, die Kraft des Gegners zu nutzen, um seine Angriffe zu neutralisieren und den Aggressor außer Gefecht zu setzen.

Eine Aikido Vorführung, in der der eine Aikidoka Karatetechniken einsetzt, die sein Partner abwehrt:

Muay Thai

Diese auch als Thaiboxen bekannte Kampfkunst ist der Nationalsport Thailands. Im Mittelalter als Kampfkunst entstanden, die über umfangreiche Techniken verfügt und sogar den Umgang mit Waffen lehrte, ist das moderne Muay Thai heute besser bekannt als waffenlose Vollkontakt-Kampfsportart, die in einem Boxring ausgetragen wird und sowohl Tritte mit dem Fuß, als auch mit dem Knie gestattet und zudem noch Schläge mit der Faust und mit dem Ellbogen (zum Vergleich: in der westlichen Variante, dem Kickboxen, ist der Einsatz von Ellbogen und Knie in den meisten Staaten untersagt).

Ausschnitt eines Muay Thai Kampfes:

Es gibt im ostasiatischen Raum noch unzählige weitere Kampfkünste. Diese aber sind die wohl bekanntesten und populärsten. Der laienhafte Leser dieses Artikels hat nun keinen tiefen Einblick in die Systeme erhalten, aber sollte Eindrücke über die grundsätzlichen Wesensunterschide dieser Systeme bekommen haben. Kung Fu und Karate sind für ihn nun nicht mehr dasselbe- Hoffentlich!

MC

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Lazarusorden – Zombie-Ritter

Aus Büchern und dem Fernsehen sind sie wohl jedem bekannt; die drei großen Ritterorden aus den Kreuzzügen:  Johanniter, Deutscher Orden und vor allem die Templer. Diese waren aber nicht die einzigen Ritterorden, die im Heiligen Land für das Christentum gekämpft haben. Es gab viele andere kleinere Ritterorden. Einer von ihnen hieß „Militärischer und Hospitalischer Orden des Heiligen Lazarus von Jerusalem“.

Benannt nach dem von den Toten auferweckten Lazarus aus dem Johannes-Evangelium wurden die Ritter dieses Ordens ihrem Schutzpatron voll und ganz gerecht:

Leprakranker Mann

Er ging irgendwann zwischen den Jahren 1130 und 1145 aus einem Leprosorium vor den Stadtmauern Jerusalems hervor, also aus einem Hospital speziell für Leprakranke und er bestand zunächst auch selbst nur als Leprakranken.

Leprakranke, auch Aussätzige genannt, wurden im Mittelalter aus der Gesellschaft ausgeschlossen, weil man zurecht Angst hatte, man könnte von ihrer schrecklichen Krankheit angesteckt werden. Sie wurden gesellschaftlich somit für tot erklärt und mussten ihr Dasein außerhalb der Stadtmauern ihrer Heimat verbringen, bis sie langsam starben. Und gewiss war das niemals ein schöner Tod, denn Lepra ist keine schöne Krankheit. Schmerzhafte klaffende Wunden, die fleckenförmig den ganzen Körperüberziehen und Verstümmlungen ganzer Gliedmaßen lassen die Leprosen langsam dahin siechen. Kein Wunder also, dass die Lazariter wie lebende angefaulte Leichen aussahen; wie die Zombies in Michael Jacksons Thriller.

Nachdem 1187 Jerusalem von den muslimischen Truppen Saladins übernommen wurde, verlegte der Orden seinen Sitz nach Akkon. Bisher war die Hauptaufgabe des Ordens die Pflege von Leprakranken, doch von nun an nahm er verstärkt leprose Kreuzritter auf, besonders Johanniter und Templer. Diese wurden zwar nicht dazu gezwungen, ihren eigenen Orden zu verlassen, aber es wurde ihnen nahe gelegt. So bestand der Lazarusorden nun zu einem großen Teil aus kranken ehemaligen Tempelrittern.

Das Symbol der Lazariter

Wer glaubt, leprakranke Ritter seien zu geschwächt gewesen, um zu kämpfen, der irrt. So lange sie überhaupt noch eine Hand hatten, konnten sie auch ein Schwert halten und so lange sie noch nicht zu geschwächt waren, konnten sie reiten. Selbst König Balduin IV. war leprakrank und er konnte sein Reich trotzdem bis zu seinem Tod regieren. Die Lazarusritter konnten kämpfen und sie kämpften verbissen. Nicht nur die Motivation, das Heilige Land vor den Heiden zu retten und der Christenheit zum Sieg zu verhelfen, nicht nur das Paradies bot ihnen Anreiz zum Kampf. Nein, ihr Motto war es, lieber auf dem Schlachtfeld einen ehrenhaften Tod zu finden, als langsam, qualvoll und jämmerlich im Krankenbett dahin zu siechen. Sie kämpften also, um zu sterben.

Daher müssen ihre Feinde in den Schlachten von La Forbie (1244) und Mansurah (1250) gedacht haben, gegen Dämonen zu kämpfen, denn so sahen die Lazerner aus und so stürzten sie sich in den Kampf.

Bis 1253 hatten alle leprosen Lazarusritter ihre Erlösung im Tod auf dem Schlachtfeld gefunden und nachdem die Kreuzritter das Heilige Land an die Moslems verloren hatten, zogen sie sich auf ihre abendländischen Besitzungen zurück. Die Lazerner gibt es auch heute noch, nur ist er heute nicht mehr militärisch, sondern nur noch hospitalisch tätig.

Wissenswert ist es aber dennoch, dass es neben den mythenüberzogenen Tempelrittern und anderen Ritterorden auch einen kleineren Orden gegeben hat, der aus leprakranken Rittern bestand.

MC

(Ein paar Internetquellen)

Dir kommt es so vor, als ob das TV-Programm genauso flach ist wie die neuste Plasma-Glotze? Du glaubst,  den gesendeten Quatsch kann doch niemand gut finden? Solche Einschätzungen kann man seit Jahren hören. Doch wird es eher schlimmer als besser. Und sollte wirklich einmal was Interessantes laufen, geht es zwischen all den Belanglosigkeiten unter.

Ähnliches gilt auch fürs Kino. Digitaler Fortschritt fordert mit special effects einen erheblichen Raum. Der Inhalt macht Platz für die Form. Aufgeblasene, rasante Actionszenen eignen sich gut, um beim Zuschauer mächtig Eindruck zu hinterlassen. Und um einen Neuwagen ertragreich per product placement ins rechte Licht zu rücken. Die verbesserte Technik, auch der ohrenbetäubende Digital-Sound, machen aus einem Kinobesuch ein fast  körperliches Erlebnis.  Es wird also an die schnellst-erreichbaren Instinkte appelliert. Inhaltlich haben Gewalt, nackte Haut und einfachste schwarz/weiß- oder wir-gegen-die-Muster Konjunkur, die Stories verflachen. Neue Geschichten zu verfilmen wird kaum gewagt, dagegen jagt ein Remake die nächste Fortsetzung. Wer  sich nicht ständig über die aktuellen Kino-Streifen informiert, wird wohl nur die Blockbuster der großen Studios zu sehen bekommen, da bei denen ein entsprechend hoher Werbeetat vorhanden ist.

So haben Filme mit kleinem Budget selten eine Chance, ein angemessen großes Publikum zu erreichen. So geschehen bei Free Rainer – dein Fernseher lügt aus dem Jahr 2007, den ich erst vor einigen Wochen zu sehen bekam.

Hier der fulminante Teaser:

Eine Story mit schnellen Autos, lauter Musik, Verschwörungstheorien, Sex, Drogen, Eingreiftruppen des BKA: Das bietet Free Rainer. Das oder Ähnliches bieten viele andere aber Filme auch. Das leider oft unterschätzte Kriterium der Relevanz allerdings wird im Gegensatz zu vielen sogenannten Kultfilmen  von Free Rainer erfüllt. Die Geschichte des TV-Machers bietet den Zusachauern  durch die überspitzte Darstellung des Fernsehens einen Bezugspunkt  zu seiner Lebenswirkichkeit an.  Das TV im Film nimmt sich die Realität zum Vorbild und wird übertrieben nachgezeichnet.

Was läuft also gerade im deutschen TV? Sinnlose Shows als Vorwand für Sex + Action. In vielen Reportagen gibt eine Stimme aus dem Off jede Interpretation des Gesehenen vor, in Herz-Schmerz-Trachten- und Krankenhaus-Telenovelas soll schwülstige Musik das Hoch-Emotionale verdeutlichen und  Boulevard-Magazine haben einen irrsinnigen Promikult verursacht. Die Ratgeber-Shows zur Erziehung für Kind und Hund, zur Verschuldung, zum Auswandern und zum Kochen werden aus  Laien auf dem jeweiligen Gebiet keine Profis machen. Wahrscheinlich dienen solche Shows auch nur der Stärkung des Selbstwertgefühls des Zuschauers, wenn er die Peinlichkeiten der Kandidaten sieht. Der Begriff Volksverdummung kann einem in den Sinn kommen.

Und warum ist das Programm so, wie es ist? Weil es schnell und billig herzustellen ist. Recherche ist zeit- und kostenintensiv, also wird primitive Unterhaltung gezeigt. Eine Halle mit Zuschern (egal, wenn sie nicht klatschen, den Applaus kann man in der post-production hinzumischen), ein paar austauschbare Promis ans Panel, ein austauschbares Setting wie den Dschungel, die Berge oder die See, ein Gewinnspiel, ein paar knapp bekleidete Tänzerinnen – fertig ist eine  Show für die Prime Time. Und die Show würde ihr Publikum finden.  Es wird insgesamt immer länger ferngesehen: 1992 hat der Durschnitts-Deutsche noch 167 Minuten täglich in die Glotze geschaut, 2004 sind es 210 Minuten (Quelle). Und mehr Zuschauer bedeuten für die Sender höhere Einnahmen, da die Werbezeit teurer verkauft werden kann. RTL hatte 2003 einen Umsatz von 1,88 Millarden €, ProSiebenSat1 hatten 2007 einen Umsatz von 2,703 Mrd.

Aber:

Warum schalten die  Zuschauer trotz  des unterirdischen Niveaus nicht aus? Weil sie an das schlechte Programm gewöhnt sind. Gewöhnung ist ein zentraler Begriff im Film. Die Zuschauer wollen sehen, was sie schon kennen.  Das Publikum gewöhnt sich an alles,  TV-Charakter werden zu Begleitern. Fernseh-Macher Rainer sagt: Zeig ein halbes Jahr lang Dreck – am Ende werden sie ihn lieben. Die realen Einschalquoten bezeugen, dass er Recht hat. Und diesen Gewöhnungs-Effekt will Rainer ausnutzen, um die deutsche TV-Landschaft zur Qualität zu zwingen.

Der Trailer zeigt wie:

„Was wir über unsere Gesellschaft, ja über die Welt, in der wir leben, wissen, wissen wir durch die Massenmedien“

Das sagt Niklas Luhmanns in Die Realität der Massenmedien. Er zeigt, wie Medien die Welt erst konstruieren. Es stellt sich also nicht die Frage, in wie weit das Fernsehen die Wirklichkeit abbildet. Das Fernsehn zeigt nur sich selbst. Die Frage von Bedeutung lautet:

Welchen Einfluss hat das TV?

Die Antwort gibt eine Studie mit dem Namen Pisaverlierer: Je mehr Zeit Schülerinnen und Schüler mit Medienkonsum verbringen und je brutaler dessen Inhalte sind, desto schlechter fallen die Schulnoten aus. Im Frühjahr 2008 wurden wiedereinmal Pisa-Zahlen veröffentlicht. In der Studie werden die Kompetenzen von Fünfzehnjährigen im Lesen und in der Mathematik ermittelt. Das Erbebnis: 23 %  der untersuchten Schüler gehört in die sogenannte Risikogruppe. Das bedeutet, dass 23% der Schüler nur die Komepentzstufe I oder darunter erreichen. Kompetenzstufe I bedeutet Grundschulniveau. Mehr als ein Fünftel der Schüler kann also nicht ausreichend Rechnen und Lesen. Sie sind nicht auf das Leben in der Gesellschaft vorbereitet. Aber genau diese Gruppe sieht stundenlang Unterschichten-Fernsehn. Genaueres zu Pisa: FAZ vom16. Dezember 2008, S. 37.

Wohin es führt, wenn der TV-Konsum bei schlechter Programm-Qualität steigt, läßt sich nachlesen. Die Logik der Sorge – Verlust der Aufklärung durch Technik und Medien bringt die Konsequenzen der von vielen bemerkten Verdummung auf den Punkt:

Die Folgen sind eine Infantilisierung der Gesellschaft, strukturelle Verantwortungslosigkeit und eine durch manipulative Medien verursachte gesamtgesellschaftliche Aufmerksamkeitsstörung.

Free Rainer zeigt, dass eine unaufmerksame Bevölkerung der Wirtschaft und der Politik nicht ungelegen sind. Die Zuschauer werden zum Konsum erzogen. Konsum befriedigt die Gelüste, der Konsument hat einen angemessenen Lebensstandart, er ist zufrieden, und so stellt er das Gesellschafts- System nicht in Frage. Zitat eines Programmverantwortlichen im Film:

Unsere Zuschauer, das ist opportunistisches Pack. Die wollen Titten sehen und wissen, wie man Steuern spart. Später sinngemäß: Die Leute gehen zur Arbeit, kommen nach Hause und der Rest ihres Lebens spielt sich hinter der Mattscheibe ab. Noch nie gab es so wenig Aufruhr. Die Leute sind von der Strasse weg. Noch nie war das System so stabil.

Apropos stabiles System: Im Film dient Aldous Huxley: Brave New World den Helden als Erkenungsmerkmal.

Das Buch von 1932 zeigt eine in ein Kasten-System eingeteilte Welt, gegliedert von Alpha = gebildet bis Gamma = ungebildet. Die niederen Kasten sollen zufrieden und ungebildet bleiben. Drogen, Gefühlskino und Orgien beschäftigen die Arbeiter, sie werden durch Genuß ruhiggestellt. Der Konsum führt zur Stabilität.  Geführt wird diese Gesellschaft von einem Weltdirektor, der Erfinder der Fließbandarbeit Henry Ford ist an die Stelle Gottes getreten. Die Ökonomie ist die dominante Kraft der Gesellschaft. Genau dieser Befund läßt sich auch außerhalb der Fiktion im Buch auf  die  globalisierte Welt übertragen.

Politiker sprechen oft von nötigem Wirtschaftswachstum zur Wohlstandserhaltung. Doch die Handlungsmöglichkeiten der Entscheider sind in Zeiten mit weltweit verschuldeten Staatshaushalten sehr begrenzt. Da ist eine leicht zu regierende, Tv-kontrollierte Beölkerung bequem. Eine Emanzipation der Konsumenten wird durch ungenügende Transparenz verhindert.

Die Wirtschaft sieht in dem TV-Zuschauer lediglich den potentiellen Konsumenten. Das Auseinandersetzungen mit kontroversen Inhalten garnicht gewünscht sind, sieht man an der Dreistigkeit, die sich herausgenommen wird, wenn kritische,  oft berechtigte Fragen aufkommen. Besteht die Gefahr, ein Unternehmen oder Politiker könnte nicht im idealen Bild gezeigt werden, gibt es kein Interview. Oder die Supermarkt-Kette schaltet keine Anzeigen mehr. Und wie kann es sein, dass Volksvertreter und Unternehmenssprecher, bei einem Anliegen die Bevölkerung betreffenend, keinen Kommentar abgeben?

In Free Rainer hat die Telekratie die Demokratie bereits abgelöst.


Stadt Ruhr: Gründung der größten Stadt Deutschlands

Das Ruhrgebiet ist einmalig in ganz Deutschland, ja sogar in ganz Europa. Nirgends sonst liegen so viele Großstädte so nahe beisammen, wie hier. Entstanden ist der Ballungsraum am Anfang des 19. Jahrhunderts auf eher mäßig besiedeltem Gebiet, weil die dort reichen Kohle- und Erzbestände im Zuge der Industrialisierung von mehr und mehr Arbeiterhänden gefördert werden mussten. Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts wuchs der „Ruhrkohlenbezirk“ zum größten industriellen Ballungszentrum Europas heran. Seit der Kohlekrise 1958 vollzog sich jedoch ein Strukturwandel im „Pott“, der der Metropole nach Schließung fast sämtlicher Zechen und der einhergehenden Arbeitslosigkeit neue wirtschaftliche Zweige eröffnete. Ein Prozess, noch immer nicht abgeschlossen ist.

In all der Zeit haben die Bewohner vom „Ruhrpott“ eine eigene Mentalität und ein ganz besonderes Zusammengehörigkeitsgefühl entwickelt. Niemand ist einfach nur Bürger der Stadt Dortmund oder Bochum, viele sehen sich zugleich auch als Ruhrgebietler.

Stadt Ruhr Logo

Stadt Ruhr Logo

Dass sich aus dieser Verschmelzung verschiedener Städte nicht nur kulturell, sondern auch ganz offiziell in politischer Hinsicht eine Weiterentwicklung leiten lässt, das dachten sich auch die circa 500 Menschen, die am 5. November in der Gelsenkirchener MiR symbolisch eine neue Stadt gegründet haben: Die Stadt Ruhr. In diesem Akt wird erklärt, dass das Ruhrgebiet nicht länger nur eine Ansammlung mehrerer Großstädte sein soll, die nebeneinander liegen, sondern dass diese sich zu einer einzigen Mega-Stadt zusammenziehen lassen (siehe WDR Radiosendung).

„Die Stadt der Städte“, so hieß es seitens der bürgerschaflichen Initiative „StadtRuhr“, wolle „nicht länger auf Initiativen von oben“ warten, da sich die über 5 Millionen Menschen, die im Ruhrgebiet leben, „nicht länger übersehen lassen“. Ziel ist also die Gründung der größten Stadt Deutschlands und einer der größten Städte der Welt, mit derzeit 5,3 Millionen Einwohnern. Hervorgehen soll sie aus den Städten Bochum, Bottrop, Dortmund, Duisburg, Essen, Gelsenkirchen, Hagen, Hamm, Herne, Mülheim an der Ruhr und Oberhausen sowie aus den Kreisen Recklinghausen, Unna, Wesel und dem Ennepe-Ruhr-Kreis.

Ruhrgebiet

Ruhrgebiet

Was sich nach einer leichten Traumwolke anhört, hat in Wahrheit schweres politisches Gewicht. Unter den Erstunterzeichnern der Stadtgründung waren neben RUB-Rektor Elmar Weiler, Mediziner Dietrich Grönemeyer und RVR-Direktor Heinz-Dieter Klink unter anderem auch Gelsenkirchens Oberbürgermeister Frank Baranowski und Bundestagspräsident Norbert Lammert, welcher sich schon seit Jahren für die Umsetzung eines solchen Projektes einsetzt.

Was aber sind die Hauptargumente, die für die Gründung von Deutschlands größter Stadt sprechen? Zum einen soll das bestehende Gemeinschaftsgefühl der Ruhr-Bürger noch tiefer gehen; zum anderen soll die Stadt Ruhr eine der ersten Adressen Europas werden. Obwohl die Stadt im Gegensatz zu anderen Millionenstädten polyzentrisch bleiben soll, würde die Region erst als Stadt nach außen hin, vor allem im Ausland, als potenzreicher Wirtschaftsstandort wahrgenommen werden. Das wiederum würde neue Arbeitsplätze im Strukturwandel schaffen. Als schon gewählte Kulturhauptstadt Europas 2010 wird die Chance gesehen, diesem Titel als „größte Gartenstadt der Welt“ dauerhaft gerecht zu werden. Stadt Ruhr als Touristenmagnet und Kulturzentrum also. Dazu müsse die Region sich aber selbst verwalten können, heißt es.

Gegenstimmen sagen allerdings, dass das genannte Gemeinschaftsgefühl gar nicht so weit ginge und dass das Ruhrgebiet sich nur selbst schaden würde, wenn es sich von seinem Umland abkapseln würde, da viele kulturelle Einrichtungen von den Landschaftsverbänden finanziert würden. Besonders heiß scheint die Diskussion um die Frage „Wie soll das alles denn finanziert werden?“ zu sein. Das Geld, das für die Umstrukturierung nötig sei, könne man auch in „sinnvollere“ Aufgaben investieren.

Ob die Gründung der Stadt Ruhr, der größten Stadt Deutschlands, sinnvoll ist, oder nicht, mag der Leser selbst entscheiden. Wer sich aber schon jetzt als Ruhr-Bürger fühlt, der kann das hier erklären.

MC

Vor kurzem wurde eine neue Landmarke für das Ruhrgebiet eingeweiht. Es handelt sich um ein Horizontobservatorium, dass auf der 150 Meter hohen Halde Hoheward in Herten aufgestellt wurde.  Die beiden Stahlbögen haben einen Radius von 45 Metern, und sind bis Recklinghausen, Bottrop und wahrscheinlich noch viel weiter sichtbar. Die Konstruktion ist so ausgerichtet, dass an bestimmten, kalendarisch wichtigen Tagen, die Sonne genau durch kleine Öffnungen in den Bögen scheint. Dies geschieht an den Tagen der Sommer- und Wintersonnenwende und öfter.

Diese Technik ist natürlich nicht neu. Sie wurde bereits vor mehreren tausend Jahren benutzt, um der staunenden Bevölkerung die Göttlichkeit ihrer Herrscher vorzuführen und so den Gehorsam zu festigen. So geschah es am Steinkreis im heutigen Stonehenge in England und am ägyptischen Tempel von Abu Simbel.

Aber kann dieses an antiker Wissenschaft angelehnte Stahl-Objekt die modernen Menschen begeistern? Es sieht zumindest sehr windschnittig aus. Die Besucher der großen Eröffnungsfeier waren geteilter Meinung. Gesprächsthemen waren vielmehr die Kosten der ganzen Anlage oder der deutsche Bergbau insgesamt.  Da die Halden selbst ja als Abfallprodukt des Bergbaus gelten müssen, die nicht nur die oberirdische Landschaft des Ruhrgebiets prägen, soll wohl nun das Observatoriums-Monstrum die Blicke auf sich ziehen und den Wandel von der Industrie- zur Wissensgesellschaft symbolisieren. Ähnliche Blickfang-Funktionen leisten der Tetraeder , die Installation „Totems“ in Bottrop und eine minimalistische Skulptur in Essen.

Der Eindruck der Halden für Besucher hat sich bereits geändert. Nach der `Krönung´ einer Halde mit einer solchen Großplastik wird aus einem Riesen-Schotterhaufen ein Ausflugsziel, vom staubigen Arbeitsplatz zum Touristenmagnet.

Zwar wird in Herten noch bis 2012 weiterhin Abraum aufgeschüttet, doch eine Kompanie an Tagesausflügern steht in den Startlöchern. 2009 soll ein Gastronomiebetrieb auf der Halde öffnen, die Angebote für Busausflüge werden nicht lange auf sich warten lassen. Die Kumpels und Zeugen der mittlerweile romantisierten Zeit, in der Kohleabbau noch die Top-Industrie war,  sterben langsam aus und so auch das Identifikationspotential mit einer Abraumhalde. Nach harter Maloche sehen die begrünten Halden nicht mehr aus und mit den neuen Landmarken passen sie besser ins gewünschte Bild des Strukturwandels an der Ruhr.  Hin zur Kulturgesellschaft.

Das hochaufragende Bauten sehr wohl hohes Identifikationspotential haben, mußte ich am eigenen Leib erfahren. Aufgewachsen genau neben der Nachbar-Halde der Hoheward, in Recklinghausen Hochlarmark, störte dieser Abraumberg unseren Fernseh-Empfang beträchtlich, was sich wiederum für mich nicht sonderlich auswirkte, da ich in diesen Jahren eh immer ins Bett mußte, als die spannenden Sendungen auf einem der drei Programme begannen. Es geschah also 1984, als genau vor meinem Kinderzimmerfenster ein 300 Meter hoher Schornstein zu wachsen began. Fast täglich kamen einige Meter hinzu, gebaut von einem auf der Spitzte des Turms befestigten gelben Kran. Nachträglich betrachtet sehe ich diese Erfahrung als Ausgangspunkt meiner eigenen Technik-Affinität. Anscheinend kann solches Beobachten einen Menschen emotional mit einem Bauwerk verbinden.

Bestimmt haben den Bau des Observatoriums auch viele Neugierige aus ihren Zimmer verfolgen können. Wenn dadurch für sie ähnliche Heimat-Gefühle ausgelöst werden, sehen sie vielleicht in den neuen Metallbögen einen Thriller.

Eine renaturisierte Halde bietet nette Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung, und eine laue Sommernacht auf Hoheward, über dem Ruhgebiet, mit Sterneschauen zu verbringen, darf man sich gerne als angenehm vorstellen. Die Aussicht von dort oben ist sehenswert.

Doch bleibt die Frage, ob die verbauten, nicht geringen Geldmittel wirklich so gut angelegt sind. Es handelt sich laut Presseangaben um über 22 Millionen Euro.

Als Wirkung, als Gewinn, könnte das weithin sichtbare, futuristische Gebilde den Ruhrpottlern und -pottlerinnen zwar einen Eindruck von Aufschwung vermitteln, aber mehr als ein angenehmes Gefühl wird wohl nicht bleiben. Andere Projekte hätten für das Revier einen größeren Effekt gehabt.

Wenn Hitler den Krieg gewonnen hätte

Was wäre passiert, wenn Nazi-Deutschland den 2. Weltkrieg gewonnen hätte? Es gibt wohl keine kontrafaktsiche Geschichtsfrage, die für düsterere Fantasien sorgt, als diese. Unzählige Spekulationen gehen in völlig unterschiedliche Richtungen. Liest man sich durch entsprechende Internetforen (ein paar Beispiele), findet man unterschiedliche Meinungen, die sich aber allesamt in einem Punkt überschneiden: Wir würden heute in einer absoluten Dystopie leben, zumindest diejenigen von uns, die aufgrund ihrer „arischen“ Gene überhaupt leben dürften.

Da die Frage nach dem Konjunktiv aber nie eine Antwort finden kann, weil niemand die nie eingetretene Geschichte rekonstruieren kann, wie auch niemand dazu in der Lage ist, die noch nicht eingetretene Zukunft empirisch belegt vorherzusagen, ist wohl auch der Historiker dazu gezwungen, sie offen zu lassen.

Nicht offen muss man aber die Frage nach den Zukunftsvorstellungen für die „neue Ordnung“ der Nationalsozialisten lassen. Welchen Verlauf der Geschichte diese sich nämlich wenigstens gewünscht haben, das lässt sich nachprüfen. Unter dem Titel „Wenn Hitler den Krieg gewonnen hätte. Die Pläne der Nazis nach dem Endsieg“ hat Ralph Giordano diese Vorstellungen zusammengetragen.

Laut Giordano hat Hitler einen Dreistufenplan gehabt, durch den er sein „Drittes Reich“ zur Weltherrschaft kämpfen wollte. Die erste Stufe dieser Treppe hieß europäische Vormacht durch ein Bündnis mit England und den Sieg über Frankreich und Russland (und den Rest Europas). Stufe 2 war die Errichtung eines „mittelafrikanischen Ergänzungsraums“, was die Herrschaft über ganz Afrika werden sollte. Die 3. und letzte Stufe sollte der „Endkampf“ Deutschlands gegen die USA sein. Nachdem Deutschland diesen Krieg für sich entschieden und nebenbei England und Japan unterdrückt oder ebenfalls besiegt hätte, hätte das „Großgermanische Weltreich“ die ganze Erde beherrschen sollen. Nach diesem „Erst Europa, dann die Welt“-Prinzip soll Adolf Hitler sich seine Vision von der Herrschaft des „Ariers“ jedenfalls ausgemalt haben.

Wer das Buch „Vaterland“ von Robert Harris gelesen, oder die Verfilmung gesehen hat, ist bestens über die architektonischen Pläne zumindest für Berlin informiert. Die Innenstadt des in „Germania“ unbenannten Berlin sollte zu einem Großteil zerstört werden, um Platz für einige gigantische Monumentalbauten zu machen. Neben einem riesigen „Führerpalast“ und vor einem knapp 120 Meter hohen Triumphbogen sollte unter anderem die „große Volkshalle“ errichtet werden, die mit einer Höhe von 290 Metern, einem Durchmesser von 250 Metern und einer Fläche von 38000 Quadratmetern die größte Versammlungshalle der Erde werden sollte, mit Platz für etwa 250000 Menschen (siehe auch hier). Albert Speer hatte bereits ein Modell entwickelt und erste Baumaßnahmen in die Wege geleitet. Auch im restlichen Deutschen Reich sollten ähnliche Megabauten errichtet werden, um, so Hitler selbst, „dem deutschen Volk das zerbrochene, an sich früher schon nicht so große Selbstbewußtsein zu geben“.

Hier eine 3D Konstruktion Germanias:

Nicht nur mit Speer teilte „der Führer“ bestimmte Aspekte von Zukunftsplänen; auch mit Himmler. Der Reichsführer-SS und Okkultist hatte den Traum, die SS zu einen neuzeitlichen Ritterorden zu erweitern und eine germanische, neuheidnische Religion an Stelle des Christentums treten zu lassen. Als Kirchenstaat dieses neuen Glaubens, der das Überleben des Stärkeren ganz im sozialdarwinistischen Sinne befürwortete, sollte der „Staat im Staat“ Burgund werden. Das neue geistige Zentrum des „Großgermanischen Weltreichs“ sollte die Wewelsburg bei Paderborn werden und auch mit diesem Ausbau zur Mega-Burg wurde bereits begonnen (siehe auch hier).

Dass hinter dieser Ideologie- und Prestige-Fassade aus Plänen, die allesamt wie Luftbläschen zerplatzt sind, noch eine Idee steckt, die bewusst im Zwielicht, zwischen der Hakenkreuz-Sonne und den braunen Schatten, den die Fassade warf, gehalten wurde, ist jedem bekannt. Der Holocaust, also der Massenmord an 6 Millionen Menschen ist geschehen und niemand kann dieses dunkelste Kapitel der Geschichte rückgängig machen. Doch wie weit hätte der Rassenwahn(sinn) noch gereicht, wenn die Nazis ihr Werk hätten fortsetzen können?

Laut Giordano sollte in Afrika in völliger Apartheid der „Arier“ über die Einheimischen herrschen, die völlig versklavt werden sollten. Unter anderem drohte den Afrikanern die Übertragung der Nürnberger Gesetze. In Europa sollte der grausame Massenmord fortgesetzt werden. Viele Millionen Juden, politische Gegner und Minderheiten standen noch auf der Todesliste. So auch die „slawischen Völker“ des Ostens. Osteuropa und große Teile Russlands sollten „germanisiert“ werden. Dazu sollten, so weit die deutsche Front reichte, alle als „minderwertig“ geltenden Menschen entweder ins KZ kommen, oder als Sklaven eingesetzt werden. Die geplanten Mega-Bauten und der Wiederaufbau nach dem „Endsieg“ sollten schließlich durch Sklavenarbeit erwirkt werden. Kinder, die „arisch“ waren, aber im Osten lebten, sollten ihren Eltern entrissen und „eingedeutscht“ werden. Der Plan hatte den Zweck, die riesigen eroberten Gebiete möglichst schnell mit deutscher Bevölkerung zu besiedeln. Die östlichen Sklavenvölker sollten außerdem umerzogen werden. Sie sollten in absoluter Armut leben und in den Schulen zu ungebildeten Untertanen erzogen werden, die ihren deutschen „Herren“ zu dienen haben.

Die Pläne der Nazis für die Neuordnung nach dem „Endsieg“ waren noch wesentlich umfassender, detailreicher und breiter gefasst. Dies aber sind die wohl wichtigsten Aspekte. Die Welt wäre wohl ein einziger Horror, wenn die Geschichte einen anderen Lauf genommen hätte. Die Träume einiger weniger wären zum Alptraum aller anderen Menschen geworden. Das Traurigste an all dem ist aber wohl, dass von all den Plänen ausgerechnet derjenige, der den Mord an Millionen von Unschuldigen umfasste, zum größten Teil tatsächlich schon in die Wege geleitet worden war.

MC

Den Satz hat man in der Regel schon mehr als einmal vernommen und im schlechtesten Falle auch schon wegen mehr als nur einem Fahrrad aussprechen müssen. Das ein Fahrraddiebstahl auch von Ordnungshütern als nicht so wichtig erachtet wird, durfte ich der Erzählung einer Freundin entnehmen, die eben jene Hüter des Gesetzes wegen des Diebstahls einer ganzen Reihe von Fahrrädern anrief. Das Ganze ereignet sich quasi auf der Straße vor bzw. unter ihrem Fenster. Das besondere dabei war, dass die Ganoven mit einem Bus neben den angeketteten Fahrrädern hielten und sie dabei der Reihe nach aufknackten. Der Hinweis der Freundin der Polizei gegenüber, dass wenn man sich jetzt auf den Weg mache könne, um die Straftäter zu stellen, wurde sehr uninteressiert entgegen genommen. Überhaupt wäre das verbeamtete Wesen am Telefonapparat weniger interessiert am Geschehen und es hätte wohl auch nicht so geklungen als wenn gerade ein Großeinsatz, die für die Ertappung auf frischer Tat notwendigen Polizisten vereinnahmt hätten. Nun die Fahrräder waren weg und die Polizei viel zu spät am Tatort.

Das so etwas nicht nur in Deutschland, nicht unbedingt nur nachts und schon gar nicht ohne Anwesenheit Dritter realisierbar ist, bewiesen die Neistat Brothers in ihrem Kurzfilm Bike Thief, mit dem die beiden blutsverwandten Aktivisten auf ihre ganz eigene Weise den Verlust einer Mehrzahl an Fahrrädern verarbeiten.

Versuche sich gegen etwaige Fahrraddiebe zur Wehr zu setzen, wie mit dem Anschließen von Stromquellen wie Autobatterien führen meißt zu teuren Buß- oder Schmerzensgeldern wegen Körperverletzung und nach Angaben eines Sicherheitsexperten in irgendeiner Verbrauchersendung, die ich vor gar nicht allzu langer Zeit gesehen hatte, könnte man den Diebstahl nur so schwer wie möglich machen, aber nie durch die handelsüblichen Fahrradschlösser verhindern. Eine sehr effektive Methode ist das das SmartLock von Industrie- und Produktdesigner Michael Edward Lambourn, der das Prinzip von Farbbomben bei Banküberfallen auf das Fahrradschloß anwendet. Splash. (gefunden bei Ehrensenf)


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