Thrillerpfeife

Archive for the ‘Geschichte’ Category

Lazarusorden – Zombie-Ritter

Aus Büchern und dem Fernsehen sind sie wohl jedem bekannt; die drei großen Ritterorden aus den Kreuzzügen:  Johanniter, Deutscher Orden und vor allem die Templer. Diese waren aber nicht die einzigen Ritterorden, die im Heiligen Land für das Christentum gekämpft haben. Es gab viele andere kleinere Ritterorden. Einer von ihnen hieß „Militärischer und Hospitalischer Orden des Heiligen Lazarus von Jerusalem“.

Benannt nach dem von den Toten auferweckten Lazarus aus dem Johannes-Evangelium wurden die Ritter dieses Ordens ihrem Schutzpatron voll und ganz gerecht:

Leprakranker Mann

Er ging irgendwann zwischen den Jahren 1130 und 1145 aus einem Leprosorium vor den Stadtmauern Jerusalems hervor, also aus einem Hospital speziell für Leprakranke und er bestand zunächst auch selbst nur als Leprakranken.

Leprakranke, auch Aussätzige genannt, wurden im Mittelalter aus der Gesellschaft ausgeschlossen, weil man zurecht Angst hatte, man könnte von ihrer schrecklichen Krankheit angesteckt werden. Sie wurden gesellschaftlich somit für tot erklärt und mussten ihr Dasein außerhalb der Stadtmauern ihrer Heimat verbringen, bis sie langsam starben. Und gewiss war das niemals ein schöner Tod, denn Lepra ist keine schöne Krankheit. Schmerzhafte klaffende Wunden, die fleckenförmig den ganzen Körperüberziehen und Verstümmlungen ganzer Gliedmaßen lassen die Leprosen langsam dahin siechen. Kein Wunder also, dass die Lazariter wie lebende angefaulte Leichen aussahen; wie die Zombies in Michael Jacksons Thriller.

Nachdem 1187 Jerusalem von den muslimischen Truppen Saladins übernommen wurde, verlegte der Orden seinen Sitz nach Akkon. Bisher war die Hauptaufgabe des Ordens die Pflege von Leprakranken, doch von nun an nahm er verstärkt leprose Kreuzritter auf, besonders Johanniter und Templer. Diese wurden zwar nicht dazu gezwungen, ihren eigenen Orden zu verlassen, aber es wurde ihnen nahe gelegt. So bestand der Lazarusorden nun zu einem großen Teil aus kranken ehemaligen Tempelrittern.

Das Symbol der Lazariter

Wer glaubt, leprakranke Ritter seien zu geschwächt gewesen, um zu kämpfen, der irrt. So lange sie überhaupt noch eine Hand hatten, konnten sie auch ein Schwert halten und so lange sie noch nicht zu geschwächt waren, konnten sie reiten. Selbst König Balduin IV. war leprakrank und er konnte sein Reich trotzdem bis zu seinem Tod regieren. Die Lazarusritter konnten kämpfen und sie kämpften verbissen. Nicht nur die Motivation, das Heilige Land vor den Heiden zu retten und der Christenheit zum Sieg zu verhelfen, nicht nur das Paradies bot ihnen Anreiz zum Kampf. Nein, ihr Motto war es, lieber auf dem Schlachtfeld einen ehrenhaften Tod zu finden, als langsam, qualvoll und jämmerlich im Krankenbett dahin zu siechen. Sie kämpften also, um zu sterben.

Daher müssen ihre Feinde in den Schlachten von La Forbie (1244) und Mansurah (1250) gedacht haben, gegen Dämonen zu kämpfen, denn so sahen die Lazerner aus und so stürzten sie sich in den Kampf.

Bis 1253 hatten alle leprosen Lazarusritter ihre Erlösung im Tod auf dem Schlachtfeld gefunden und nachdem die Kreuzritter das Heilige Land an die Moslems verloren hatten, zogen sie sich auf ihre abendländischen Besitzungen zurück. Die Lazerner gibt es auch heute noch, nur ist er heute nicht mehr militärisch, sondern nur noch hospitalisch tätig.

Wissenswert ist es aber dennoch, dass es neben den mythenüberzogenen Tempelrittern und anderen Ritterorden auch einen kleineren Orden gegeben hat, der aus leprakranken Rittern bestand.

MC

(Ein paar Internetquellen)

Wenn Hitler den Krieg gewonnen hätte

Was wäre passiert, wenn Nazi-Deutschland den 2. Weltkrieg gewonnen hätte? Es gibt wohl keine kontrafaktsiche Geschichtsfrage, die für düsterere Fantasien sorgt, als diese. Unzählige Spekulationen gehen in völlig unterschiedliche Richtungen. Liest man sich durch entsprechende Internetforen (ein paar Beispiele), findet man unterschiedliche Meinungen, die sich aber allesamt in einem Punkt überschneiden: Wir würden heute in einer absoluten Dystopie leben, zumindest diejenigen von uns, die aufgrund ihrer „arischen“ Gene überhaupt leben dürften.

Da die Frage nach dem Konjunktiv aber nie eine Antwort finden kann, weil niemand die nie eingetretene Geschichte rekonstruieren kann, wie auch niemand dazu in der Lage ist, die noch nicht eingetretene Zukunft empirisch belegt vorherzusagen, ist wohl auch der Historiker dazu gezwungen, sie offen zu lassen.

Nicht offen muss man aber die Frage nach den Zukunftsvorstellungen für die „neue Ordnung“ der Nationalsozialisten lassen. Welchen Verlauf der Geschichte diese sich nämlich wenigstens gewünscht haben, das lässt sich nachprüfen. Unter dem Titel „Wenn Hitler den Krieg gewonnen hätte. Die Pläne der Nazis nach dem Endsieg“ hat Ralph Giordano diese Vorstellungen zusammengetragen.

Laut Giordano hat Hitler einen Dreistufenplan gehabt, durch den er sein „Drittes Reich“ zur Weltherrschaft kämpfen wollte. Die erste Stufe dieser Treppe hieß europäische Vormacht durch ein Bündnis mit England und den Sieg über Frankreich und Russland (und den Rest Europas). Stufe 2 war die Errichtung eines „mittelafrikanischen Ergänzungsraums“, was die Herrschaft über ganz Afrika werden sollte. Die 3. und letzte Stufe sollte der „Endkampf“ Deutschlands gegen die USA sein. Nachdem Deutschland diesen Krieg für sich entschieden und nebenbei England und Japan unterdrückt oder ebenfalls besiegt hätte, hätte das „Großgermanische Weltreich“ die ganze Erde beherrschen sollen. Nach diesem „Erst Europa, dann die Welt“-Prinzip soll Adolf Hitler sich seine Vision von der Herrschaft des „Ariers“ jedenfalls ausgemalt haben.

Wer das Buch „Vaterland“ von Robert Harris gelesen, oder die Verfilmung gesehen hat, ist bestens über die architektonischen Pläne zumindest für Berlin informiert. Die Innenstadt des in „Germania“ unbenannten Berlin sollte zu einem Großteil zerstört werden, um Platz für einige gigantische Monumentalbauten zu machen. Neben einem riesigen „Führerpalast“ und vor einem knapp 120 Meter hohen Triumphbogen sollte unter anderem die „große Volkshalle“ errichtet werden, die mit einer Höhe von 290 Metern, einem Durchmesser von 250 Metern und einer Fläche von 38000 Quadratmetern die größte Versammlungshalle der Erde werden sollte, mit Platz für etwa 250000 Menschen (siehe auch hier). Albert Speer hatte bereits ein Modell entwickelt und erste Baumaßnahmen in die Wege geleitet. Auch im restlichen Deutschen Reich sollten ähnliche Megabauten errichtet werden, um, so Hitler selbst, „dem deutschen Volk das zerbrochene, an sich früher schon nicht so große Selbstbewußtsein zu geben“.

Hier eine 3D Konstruktion Germanias:

Nicht nur mit Speer teilte „der Führer“ bestimmte Aspekte von Zukunftsplänen; auch mit Himmler. Der Reichsführer-SS und Okkultist hatte den Traum, die SS zu einen neuzeitlichen Ritterorden zu erweitern und eine germanische, neuheidnische Religion an Stelle des Christentums treten zu lassen. Als Kirchenstaat dieses neuen Glaubens, der das Überleben des Stärkeren ganz im sozialdarwinistischen Sinne befürwortete, sollte der „Staat im Staat“ Burgund werden. Das neue geistige Zentrum des „Großgermanischen Weltreichs“ sollte die Wewelsburg bei Paderborn werden und auch mit diesem Ausbau zur Mega-Burg wurde bereits begonnen (siehe auch hier).

Dass hinter dieser Ideologie- und Prestige-Fassade aus Plänen, die allesamt wie Luftbläschen zerplatzt sind, noch eine Idee steckt, die bewusst im Zwielicht, zwischen der Hakenkreuz-Sonne und den braunen Schatten, den die Fassade warf, gehalten wurde, ist jedem bekannt. Der Holocaust, also der Massenmord an 6 Millionen Menschen ist geschehen und niemand kann dieses dunkelste Kapitel der Geschichte rückgängig machen. Doch wie weit hätte der Rassenwahn(sinn) noch gereicht, wenn die Nazis ihr Werk hätten fortsetzen können?

Laut Giordano sollte in Afrika in völliger Apartheid der „Arier“ über die Einheimischen herrschen, die völlig versklavt werden sollten. Unter anderem drohte den Afrikanern die Übertragung der Nürnberger Gesetze. In Europa sollte der grausame Massenmord fortgesetzt werden. Viele Millionen Juden, politische Gegner und Minderheiten standen noch auf der Todesliste. So auch die „slawischen Völker“ des Ostens. Osteuropa und große Teile Russlands sollten „germanisiert“ werden. Dazu sollten, so weit die deutsche Front reichte, alle als „minderwertig“ geltenden Menschen entweder ins KZ kommen, oder als Sklaven eingesetzt werden. Die geplanten Mega-Bauten und der Wiederaufbau nach dem „Endsieg“ sollten schließlich durch Sklavenarbeit erwirkt werden. Kinder, die „arisch“ waren, aber im Osten lebten, sollten ihren Eltern entrissen und „eingedeutscht“ werden. Der Plan hatte den Zweck, die riesigen eroberten Gebiete möglichst schnell mit deutscher Bevölkerung zu besiedeln. Die östlichen Sklavenvölker sollten außerdem umerzogen werden. Sie sollten in absoluter Armut leben und in den Schulen zu ungebildeten Untertanen erzogen werden, die ihren deutschen „Herren“ zu dienen haben.

Die Pläne der Nazis für die Neuordnung nach dem „Endsieg“ waren noch wesentlich umfassender, detailreicher und breiter gefasst. Dies aber sind die wohl wichtigsten Aspekte. Die Welt wäre wohl ein einziger Horror, wenn die Geschichte einen anderen Lauf genommen hätte. Die Träume einiger weniger wären zum Alptraum aller anderen Menschen geworden. Das Traurigste an all dem ist aber wohl, dass von all den Plänen ausgerechnet derjenige, der den Mord an Millionen von Unschuldigen umfasste, zum größten Teil tatsächlich schon in die Wege geleitet worden war.

MC

Marc Bloch

Letztes Foto

Der folgende Artikel stellt eine kleine Würdigung eines großen Mannes dar. Denn wir alle kennen die Geschichten vieler starker Persönlichkeiten, die in schweren Zeiten gelebt und gekämpft haben, doch die Taten und Werke vieler sind nie ans Licht der Öffentlichkeit gedrungen, oder sind im Schatten der Geschichte untergegangen. Geschichte, das war das Metier von Marc Bloch, dem Historiker und Widerstandskämpfer, der heute zu unrecht nur den Wenigsten bekannt ist.

Am 6. Juli 1886 wurde er in Lyon als Sohn des jüdischen Gustave Bloch und seiner Frau Sara Ebstein geboren. Seine Gymnasialzeit am Lycée Lois-le-Grand in Paris von 1896 bis 1903 schloss er mit einem Abitur mit Auszeichnung ab. 1904 wurde er in der Ecole Normale Supérieure aufgenommen, wo er Geschichte und Erdkunde studierte. Das Studium unterbrach er von 1905 bis 1906, da er in dieser Zeit seinen Wehrdienst absolvierte. 1906 setzte er sein Studium fort und schloss es 1908 mit einem Staatsexamen für den höheren Schuldienst ab. Bis 1909 studierte er dank eines Stipendiums ein Semester in Berlin und eines in Leipzig. Bis 1912 arbeitete er an seiner Habilitation und bis 1914 als Geschichts- und Erdkundelehrer zunächst am Gymnasium von Montpellier, danach in Amiens.

1914 brach der 1. Weltkrieg aus und am 2. August des Jahres wurde Bloch als Sergant der Infanterie eingezogen. 1918, nach 4 Jahren des Kampfes, war er Hauptmann und wurde mit der „croix de guerre“ und der Ehrenlegion ausgezeichnet. Nachdem er 1919 aus der Armee entlassen wurde und einen Lehrauftrag für mittelalterliche Geschichte an der Universität Straßburg erhielt, veröffentlichte er ein Jahr später seine Habilitationsschrift „Könige und Leibeigene“. 1924 folgte die Publikation „Die wundertätigen Könige“ und 1929 gründete er mit seinem Freund Lucien Febvre eine Fachzeitschrift, die die gesamte historische Forschung stark prägen sollte; die Annales, das Jahrbuch für Wirtschafts- und Sozialgeschichte. 1931 erschien sein Buch „Besondere Merkmale der französischen Agrargeschichte“. In den Jahren bis zum Ausbruch des 2. Weltkrieges war Marc Bloch Dozent für Wirtschaftsgeschichte.

1939: Nazi-Deutschland rollte über Frankreich hinweg und Marc Bloch meldete sich am 23. August trotz seines fortgeschrittenen Alters zum Dienst an der Front. Von Straßburg über Molsheim bis nach Nordfrankreich wurde er versetzt und veröffentlichte ganz nebenbei bis 1940 die zwei Bände „Die Feudalgesellschaft“. Bis zum Juni 1940 nahm Bloch an den Kämpfen in Nordfrankreich bis zur Niederlage des französischen Militärs teil. Nach dem Rückzug nach England kehrte er nach Nordfrankreich zurück und entzog sich der Gefangennahme dadurch, dass er Zivilkleidung trug. Nach dem Waffenstillstand gelang es ihm, sich zu seiner Familie in Guéret durchzuschlagen. Hier schrieb er ein Manuskript über die Niederlage.

Im Dezember 1940 fiel Bloch unter den „Judenstatus“ und wurde vom öffentlichen Dienst ausgeschlossen. Zusammen mit circa 20 anderen Wissenschaftlern wurde er 1941 wegen „außergewöhnlicher wissenschaftlicher Verdienste“ von diesem Rechtsverlust wieder befreit. Bis 1942 ließ Bloch sich an die Universität Montpellier versetzen, da die Gesundheit seiner Frau ein besseres Klima erforderte. Hier beteiligte er sich unter anderem an der Gründung der Widerstandsbewegung „Combat“. Das Angebot der New School for Social Research in New York lehnte er ab, weil er nicht seine ganze Familie hätte mitnehmen dürfen. Nachdem die Vichy-Zone auch von der Wehrmacht besetzt wurde, musste Bloch mit seiner Familie nach Fougères fliehen. Bis 1943 schrieb Bloch an seiner „Apologie der Geschichte“ und tauchte dann in Lyon unter, wo er er der Widerstandsgruppe „Franc-Tireur“ beitrat, in der er bald eine leitende Funktion einnahm. So arbeitete er unter anderem an Planungen der Résistance zum Aufstand.

Am 8. März des Jahres 1944 wurde Marc Bloch unter dem Decknamen „Maurice Blanchard“ von der Gestapo verhaftet und im Gefängnis von Montluc gefoltert, bis er am Abend des 16. Juni- also 10 Tage nach dem D-Day– zusammen mit 29 anderen Widerstandskämpfern erschossen wurde.

Marc Bloch gilt als Mitbegründer der Annales-Schule und als ein Erneuerer der Geschichtswissenschaften. Als solcher ist er allerdings auch beinahe ausschließlich Sozial- und Geschichtswissenschaftlern bekannt. Der Autor hofft, dazu beizutragen, seinen Namen einem breiteren Publikum geläufig zu machen. Denn obwohl Marc Bloch selbst ein Gegner einer Geschichtsschreibung von Einzelpersonen und ihrer Taten war, so hätte auch er nicht geleugnet, dass es sinnvoll ist, ihre Andenken zu bewahren.

Quelle: Peter Schöttler (Hg.): Marc Bloch. Historiker und Widerstandskämpfer

MC (der sagt: Keine Pfeife, sondern ein absoluter Thriller!!)

Kriegspropaganda von Disney

Disney- wir alle kennen die Zeichentrickfilme und -serien unserer Kindheiten. Wer musste nie über die Streiche Donald Ducks schmunzeln, oder über Goofys Tollpatschigkeit lachen? Wer hatte kein Mitleid mit Bambi, als seine Mutter starb, wer hat nicht bei den Liedern des Dchungelbuches mitgesungen und wer fieberte nicht mit dem jungen Simba in „Der König der Löwen“ mit? Beinahe jeder hat in seinem Leben mindestens eine schöne Erfahrung gesammelt, die er einem Disney-Film verdankt und die er mit Millionen anderer teilen kann. Disney, das steht für die idealisierte Zauber-Traumwelt, nach der sich viele sehnen, weil sie Kindheitsträume wieder erweckt- und als solches ist der Produktname in unserem kollektiven Gedächtnis fest verankert.

Doch ist dieses Bild richtig? Ist Disney immer diese zauberhafte Traumwelt gewesen, in der junge wie alte Gemüter stets einen Ausweg aus der grauen Alltagswelt zu finden vermochten?

Nein! Im Gegenteil! Was das breite Publikum von heute nicht weiß: Während des 2. Weltkrieges hat die Walt Disney Company sehr realitätsbezogene Anti-Nazi-Propagandafilme in Auftrag gegeben.

1943: Donald Duck mal so ganz anders; nämlich als nationalsozialistischer, „heil!“-rufender Uniformträger in einer deutschen Munitionsfabrik, der unter tausenden von Hakenkreuzen treue Dienste für seine Triniät (Hitler, Hirohito und Mussolini) leistet, bis er mangels Privatleben und vor lauter Leistungsdruck dem Wahnsinn verfällt. Zu seinem Glück wacht er dann aber doch nur aus einem Albtraum aus und findet sich in seinem mit Stars and Stripes geschmückten Schlafzimmer neben einer kleinen Freiheitsstatue wieder. So zumindest in dem Kurzfilm The Fuehrer´s Face, der 1943 sogar einen Oscar für den besten animierten Kurzfilm bekommen hat. Auf deutsch ist dieser Film bis heute nicht erschienen, weshalb „Donald Duck in Nutziland“ (so der ursprüngliche Titel) in dem selben Land quasi nach der Ent“nut“zifizierung unglaublicher erscheint, als die Feen und Prinzessinnen, die wir von Disney gewöhnt sind, obwohl das „Nutziland“ paradoxerweise auf Realitäten und nicht etwa auf Märchen beruht. Der Leser möchte sich ein eigenes Bild davon machen? Warum nicht gleich ein eigenes Video? Hier „The Fuehrer´s Face“ von 1942:

Ein weiterer Kurzfilm Disneys aus dem 2. Weltkrieg ist „Education for Death“ von 1943. Hier wird die staatlich-ideologisch gelenkte Erziehung der deutschen Jugend anhand von einzelnen Lebensausschnitten des jungen Hans dokumentiert, welche aus unschuldigen Kindern gefühllose Kriegswerkzeuge der Militärdiktatur macht:

The Spirit of 43.

Wer nach Konsum solcher ernüchternden Filmchen noch immer an seiner Vorstellung von der Heile-Zauberwelt-Vorstellung in Bezug auf Disney-Produktionen festhalten möchte, dem sei das selbstverständlich freigestellt. Wer die Lust auf Mehr bekommen hat, dem seien auch Kriegspropagafilmchen wie „The Ducktators“, „Popeye The Sailor Man – Spinach For Britain“, oder „Bugs BunnyNips the Nips“ empfohlen. Diese hat übrigens nicht Disney produziert, was viel über die damalige Allgemeinstimmung in der amerikanischen Gesellschaft aussagt.

Es bleibt nur eine Frage offen und sie lautet: Thrill oder Pfeife?

MC


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