Thrillerpfeife

Martial Arts: Unterschiede lernen

Posted on: Januar 2, 2009

Martial Arts: Unterschiede lernen

Karate besteht nicht aus „Auftragen und Polieren“ und Ninjas sind keine mutierten Schildkröten! Außerdem macht nicht jeder Kämpfer, der Tritte einsetzt, „Kung Fu“. Es gibt unzählige verschiedene Kampfkünste und Kampfsportarten; der folgende Artikel will die bekanntesten unter ihnen- allerdings nur die ostasiatischen- kurz vorstellen, um den Unwissenden wenigstens eine grobe Vorstellung zu verschaffen.

Ursprung

Martial Arts“ ist der Oberbegriff für sämtliche Kampfkunstsysteme. Die meisten von ihnen stammen aus dem ostasiatschen Raum und haben eine gemeinsame Wurzel: Es wird angenommen, dass es bereits vor Buddhas Lebzeiten Systeme gab, die zwar als Atemübungen gedacht waren, den heutigen Kampfsystemen aber sehr geähnelt haben. Untersucht man die Geschichte der Kampfkünste, so kommt man an einen Namen nicht vorbei, obwohl auch auch seine Existenz von heutigen Geschichtsforschern angezweifelt wird; Bodhirdarma. Dieser indische Mönch, der von 470 bis 543 gelebt haben soll, gilt als der 28. Nachfolger des Buddha und Begründer der Kampfkünste. Nachdem er eine Pilgerfahrt nach China unternahm, blieb er in einem buddhistischen Kloster, dem Shaolin. Da die Mönche von ihren langen Gebeten körperlich sehr schwach waren, verband Bodhirdarma Meditationstechniken aus dem Chanbuddhismus mit Übungen aus dem Kalaripayat (ein primitives indisches Kampfsystem mit Waffen), um die Mönche damit physisch zu ertüchtigen. Aus diesen Übungen entstand später das Quanfa, welches die Shaolinmönche zu gefürchteten Kämpfern im ganzen Land machte. Jedoch wurde das Kloster im Laufe der Jahrhunderte mehrfach zerstört und die Mönche, die sich retten konnten, mussten ihre Kampfkünste sichern, indem sie Schüler aufnahmen. Auf diese Weise verbreitete sich die Kunst der Shaolin im ganzen Land und je nach Meister und anderen Begebenheiten, wie religiöse Aspekte, entwickelten sich viele verscheidene Stile, die sich auch bald in anderen Ländern ausbreiteten und neue Kampfkünste entstehen ließen.

Kung Fu

Quanfa und Wushu sind nur andere Begriffe für die im Westen unter dem Namen Kung Fu („harte Arbeit“) bekannt gewordenen Systeme. Es gibt heute hunderte verschiedene Stile. Einige sind Tierstile, wie die ursprünglichen 5 Tierstile des Shaolin-Quanfa (Schlange, Kranich, Tiger, Leopart und Drache), der Affen-Stil, der Gottesanbeterin-Stil und andere. Durch diverse Kung Fu Filme ist auch das Drunken Boxing bekannt geworden. Auch Tai Chi Quan und Wing Tsun sind Kung Fu Stile. Man unterscheidet auch zwischen inneren und äußeren Schulen. Die äußeren Schulen setzen stark auf körperliche Fitness, woraus sich die akrobatischen Kunststücke entwickelt haben, die wir aus dem Fernsehen kennen. Die inneren Schulen dagegen legen den Akzent auf die Stärkung des Qi, der Lebensenergie. Insgesamt werden im Kung Fu sowohl Tritte, als auch Schläge, Hebel und Würfe in unterschiedlichsten Variationen trainiert.

Ein Shaolin Mönch bei einer kleinen Kung Fu  Vorführung:


Karate

Karate-Do, zu deutsch „Weg der leeren Hand“, bezeichnet die Kampfsysteme, die sich auf der heute japanischen Insel Okinawa entwickelt haben. Es ist eine Symbiose aus mehreren Kung Fu Stilen und des sogenannten „Te“, bzw. „Okinawa-Te“, eines Selbstverteidigungssystems, das von Bauern zur waffenlosen Abwehr der Samurai entwickelt worden war. Seine Techiken sind weniger weich als die Kung Fu Stile und es gibt 4 große Stilrichtungen: Shotokan, Goju Ryu, Wado Ryu und Shito Ryu. Karateka (Karatekämpfer) trainieren heute 4 große Bereiche: Kata (komplexe, vorgeschriebene Schattenboxkombinationen), Kihon (die Grundschultechniken, die ebenfalls ohne Partner geübt werden), Kumite (der Wettkampfsport) und Selbstverteidigung. Erlaubt ist wie im Kung Fu alles, Schläge, Würfe, Tritte und Hebel.

So sieht eine von vielen Katas aus: Die Goju Ryu Kata „Saifa“:

Teakwon Do

Teakwon-Do („Weg des Faustes und des Fußes“) ist die koreanische Form des Karate und damit die weltweit populärste Karatevariante. Die Techniken sind dem japanischen Karate sehr ähnlich, nur wird hier ein viel größerer Wert auf Tritte gelegt. Außerdem ist dieses System heute verstärkt auf den Wettkampf ausgerichtet, weshalb sie im Gegensatz zum traditionellen Karate mehr auf größere Distanzen zwischen zwei Gegnern aus ist (für eine offene Kampfsituation auf der Kampffläche).

Ein paar Ausschnitte aus verschiedenen Teakwon-Do Kämpfen:

Judo

Judo ist ein japanisches Kampfsystem, das „weicher Weg“ bedeutet. Weich, weil es in diesem System heute weder Schläge, noch Tritte, sondern fast ausschließlich Würfe, Hebel und Würgegriffe gibt. Ziel ist es, den Gegner nach Möglichkeit mit seiner eigenen Kraft zu bezwingen und zu Boden zu bringen.

Ein Judokampf:

Ninjutsu

Dies ist die Kampfkunst der legendären Schattenkrieger, der Ninja. Ninjutsu (japanisch für „Kunst des Erduldens“) hat seine Ursprünge im mittelalterlichen Japan. Ninja waren Spione und gleichzeitig Auftragskiller, die sich in die Dienste von Landesherren gestellt haben. Ihre Hauptaufgaben bestanden, wie erwähnt, in der Spionage von Feinden und in der Tötung ebendieser. Die waffenlosen Kampftechniken des Ninjutsu ähneln in ihrer Form der des Karate, allerdings gehören auch Techniken des Schleichens und Versteckens zu diesem System. Auch der Umgang mit Schwertern, Wurfsternen, Rauchbomben und anderen Waffen werden hier gelehrt; sogar Giftmischen zählt zu den ursprünglichen Aspekten dieser Kampfkunst.

Ninjutsu-Demonstration:

Sumo

Sumoringen kommt ebenfalls aus Japan. Diese Kampfkunst blickt auf eine sehr lange Tradition zurück; die erste bekannte Erwähnung des Systems stammt aus dem Jahr 712. Ein Sumokampf findet statt in einer kreisrunden Kampffläche. Erlaubt sind hier nur Schläge mit der offenen Hand und Würfe. Ziel ist es, den Gegner aus dem Gleichgewicht zu bringen, sodass er entweder die Fläche außerhalb des Ringes berührt, oder aber den Boden der Kampffläche mit einem anderen Körperteil als den Fußsohlen. Gleichgewicht spielt die zentrale Rolle für die Sumotori (Sumoringer). Darum legen sie wert darauf, sich ein stattliches Kampfgewicht zuzulegen und sie trainieren, um möglichst immer standhaft zu bleiben.

Ein Sumoringkampf:

Aikido

Das japanische Aikido lässt sich mit „Weg der Harmonie im Zusammenspiel mit Energie“ übersetzen und es handelt sich hierbei um ein reines Verteidigungssystem, das keinerlei Angriffe kennt. Wie beim Judo gibt es hier grundlegend keine Tritte und Schläge. An Techniken werden nur Hebel und Würfe angewendet, mit dem Ziel, die Kraft des Gegners zu nutzen, um seine Angriffe zu neutralisieren und den Aggressor außer Gefecht zu setzen.

Eine Aikido Vorführung, in der der eine Aikidoka Karatetechniken einsetzt, die sein Partner abwehrt:

Muay Thai

Diese auch als Thaiboxen bekannte Kampfkunst ist der Nationalsport Thailands. Im Mittelalter als Kampfkunst entstanden, die über umfangreiche Techniken verfügt und sogar den Umgang mit Waffen lehrte, ist das moderne Muay Thai heute besser bekannt als waffenlose Vollkontakt-Kampfsportart, die in einem Boxring ausgetragen wird und sowohl Tritte mit dem Fuß, als auch mit dem Knie gestattet und zudem noch Schläge mit der Faust und mit dem Ellbogen (zum Vergleich: in der westlichen Variante, dem Kickboxen, ist der Einsatz von Ellbogen und Knie in den meisten Staaten untersagt).

Ausschnitt eines Muay Thai Kampfes:

Es gibt im ostasiatischen Raum noch unzählige weitere Kampfkünste. Diese aber sind die wohl bekanntesten und populärsten. Der laienhafte Leser dieses Artikels hat nun keinen tiefen Einblick in die Systeme erhalten, aber sollte Eindrücke über die grundsätzlichen Wesensunterschide dieser Systeme bekommen haben. Kung Fu und Karate sind für ihn nun nicht mehr dasselbe- Hoffentlich!

MC

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