Thrillerpfeife

Archive for Januar 2009

In Berlin trifft man sie an jeder Straßenecke, die hippsten Fashion-Victims beim Schaulaufen, oder im Café Togo. Total up-to-date. Ihr Stil ist fresh und wird im ganzen Land kopiert. Darauf bilden sich die Hauptstädter einiges ein. Berlin ist die un-heimliche Hauptstadt der Mode-Republik, “Arm und das ist gut so aber sexy“ ist ihr Motto. Doch seit einiger Zeit werden Gerüchte laut. Es brodelt im Revier: Jetzt wird sich was ändern. Immer öfter hört man von gut gekleideten Menschen auch in den Ruhrgebiets-Städten. Wenige haben sie wirklich zu Gesicht bekommen. Was sich erst nach Science-Fiction anhört, wird beim prüfenden Blick in die Mode-Tempel der Innenstädte und Shopping-Malls zur Gewissheit: Der Pott putzt sich heraus. Aber ganz Deutschland fragt sich: Kommt da noch mehr? Oder war’s das schon wieder? Kann es der Pott mit den anderen Hochburgen der Modewelt aufnehmen?

Gibt es sie schon, die Fashion-Metropole Ruhrgebiet?

Die Mode-Redaktion der Thrillerpfeife schaut genau auf die angesagtesten Klamotten, und ist bei jedem neuen Trend vorne mit dabei. Aktuelle Veränderungen auf dem Sektor Mode werden bei uns kritisch unter die Lupe genommen. Um keine Mega-News zu verpassen, treffen sich unsere Redakteure regelmäßig mit bekannten Persönlichkeiten der Szene.

Diese Woche im Gespräch: Marc Spirenzo

Das selbst ernannte Underground-Street-Style-Hobby-Model war bereits in Paris, London, Amsterdam und Mailand unterwegs. Sein cooler Look wird in Fashion-Kreisen post-modern, ja teilweise sogar post-future genannt. Die Thrillerpfeife traf den Style Experten bei nass-kaltem Wetter zum Bummel in Bochum. Hier der Live-Bericht:

Der Schneematsch ist noch nicht weggetaut, als das Meeting beginnt. Spirenzo ist bester Laune, und lässt sich vom trüben Wetter den Tag nicht verderben. Eine Tour durch die Geschäfte beginnt, und bereits im dritten Laden, dem Möbelhaus unter den Bekleidungsfirmen, lässt er sich vom Thrillerpfeifen-Team zu einem kleinen Spontan-Shooting überreden.

Spirenzo beim Foto-Shoot

Auf diesem Exklusiv-Bildmaterial trägt er ein weißes Basic-Shirt unter einem warmen, matsch-grün-baumwollnen Pull-Over! Dazu kombiniert der Outfit-Guru einen ex-grauen Trainer aus der 2001-Collection mit einer schwarzen Winterjacke, mit lässig nach hinten fallender Kapuze. Der gewitzte hell/dunkel-Kontrast verweist verspielt auf den Hut, der das Farbschema negativiert aufgreift. Crazy! Die extravagante Kopfbedeckung mit tief-schwarzem Kummerbund ist ein echter Eye-Catcher, und das Tüpfelchen auf dem i von Spirenzos sagenhaftem Look.

Thrillerpfeife nachgefragt

Bei unserem Bummel durch die Innenstadt bleibt Zeit, nach den neusten Entwicklungen zu fragen. Die Antwort überrascht. Der Trendsetter ist begeistert vom Ruhrgebiet, und kann die skeptische Einschätzung der regionalen Mode-Lage nicht teilen:

Das Revier hat Potential! Die Alltagskultur, das Essen hier, die Menschen und was sie tragen. Und vor allem: Wie sie es tragen! Mit Würde! Diese provokative Ablehnung des Massengeschmacks ist einmalig. Da können sich Berlin und Paris noch eine Scheibe abschneiden. Bisher trugen die Damen ihre Jeans zur best-möglichen Isolation noch in den Stiefeln. Doch langsam setzt sich im Revier der internationale Chic des unverhüllten Blicks auf die Hosen durch. Zusätzliche körperliche Belastung, ausgelöst durch spontanen Riesen-Wuchs der Handtaschen in dieser Saison, steigert automatisch die Körpertemperaturen der Ladys. Deshalb wird der optimale Luftaustausch immer wichtiger, Ventilation tut Not, und so bleiben die Hosenbeine von der Stopf-Technik verschont. Style kann auch praktisch sein. Auch bei den Männern gibt es Neuigkeiten: Noch vor Kurzem kleidete sich der gepflegte Herr von Welt beim Besuch einer Imbiß-Bude gern in Ballonseide. Doch diese Zeitzeugen der 80er haben ausgedient. Hochwertige Strech-Jogging-Buxen nehmen verdientermaßen ihren Platz, an der Sonne, an der Theke, ein. Das Ruhrgebiet hat diese mittlerweile bundesweite Entwicklung maßgeblich mitgetragen.

Der Mann nimmt kein Blatt vor den Mund. Die langen Jahre im Buisness haben seinen Blick für den nächsten Hype geschärft. Auf unsere Frage nach einem Rezept für das optimale Styling verrät Marc Spirenzo eine seiner legendären Styling-Regeln. Es ist wichtig, immer dem Anlass entsprechend gekleidet zu sein. Der Experte rät: Lieber Over- als Underdressed!Spirenzo nach dem Charity-Event


Man darf also gespannt sein, ob sich das Revier Spirenzos Tipp zu Herzen nimmt, damit der Style in Mode-Zukunft nicht wieder Richtung Zechen-Kumpel degeneriert. Er selbst befolgt die Regeln in jeder Minute. Ein Paparazzi-Bild zeigt ihn nach einem Triple-A-Charity-Ball in einer dunklen Ecke von Köln-Nippes im angemessen-legerem Trenchcoat.

Haben Sie Styling-Fragen an unsere Experten?

Wir beraten Sie gern bei ihrer persönlichen Restaurierung!

Dieser Text ist fiktiv. Auf den Gebrauch des sich aufdrängenden Adjektivs ‚großartig’ wurde zu Gunsten eines bald erscheinenden Textes verzichtet, in dem jenes Wort das einzig- und oft-benutzte Adjektiv sein soll.

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Das Medium Fernsehen orientiert sich scheinbar nur noch an Quotenanteile als an Inhalte. Zu dieser Behauptung komme ich, wenn ich  die schlechte Qualitiät einiger Sendungen betrachte. Ich vertrete nicht die Meinung, dass es nur noch „Bildungsfernsehen“ geben sollte und der gesamte Unterhaltungsbereich abgeschafft werden muss. Die Ideen der Sendungen aus dem Unterhaltungsbereich sind teilweise sehr gut, nur das Niveau dieser Sendungen  ist unakzeptabel. Es sollte vor allem bei der Unterhaltungsbranche darauf geachtet werden, dass die Inhalte ein gewisses Niveau haben, was bedeutet, dass Beschimpfungen, Bloßstellungen anderer Menschen  dort nicht angemessen sind. Solche Dinge sind auch im normalen Leben tabu.

Besonders bedenklich ist es, wenn Jugendliche solche Arten von Sendungen häufig konsumieren. Viele junge Menschen könnten den Eindruck bekommen,  es sei durchaus in Ordung , wenn beispielsweise Menschen in einer Fernsehshow  öffentlich beleidigt oder bloßgestellt werden. Sind solche Sendeinhalte hinsichtlich der Persönlichkeitsentwicklung der Jungendlichen bedenklich?  Tragen die Medien  nicht auch eine gewisse Verantwortung? Oder sieht sich das Fernsehen nur noch als Wirtschaftsbranche, welche sich an Einschaltquoten orientiert?

Warum hat sich die Qualität des Fernsehens allgemein so verschlechtert? Sind Einschaltquoten wichtiger als gute Inhalte? Wahrscheinlich werden Menschen, welche die Qualität des Fernsehens kritisieren,  eher belächelt als ernstgenommen. Es wird sich nämlich  zu wenig mit der Diskussion der Inhalte auseinandergesetzt, weil die meistens Menschen das Fernsehen nur nach als Unterhaltungsfunktion wahrnehmen. Es findet keine kritische Reflektion mit den Inhalten  statt.

Sind es vielleicht  auch sozialpsychologische Gründe, weshalb das Fernsehen immer niveauloser wird? Hat sich das Sozialverhalten der Menschen verändert und diese Veränderung spiegelt das Fernsehen wieder? Wenn diese Theorie stimmt, dann könnte man dem Fernsehen gar keine Schuld bei der Ausstrahlung dieser Inhalte zusprechen, da es einfach nur das Spiegelbild unserer Gesellschaft wiedergibt.  Betrachten wir also die Wirklichkeit im Fernsehen oder wird uns ein falsches Gesellschaftsbild gezeigt? Zeigt das Fernsehen nur ein Abbild der Gesellschaft oder findet gleichzeitig eine Beeinflussung  statt? Lassen sich die Menschen durch das Fernsehen bezüglich ihres Verhaltens beeinflussen? Dann herrscht in unserer Gesellschaft scheinbar ein Zerfall der sozialen Werte. Ist dies etwa die Zukunft der Gesellschaft?

SG

Martial Arts: Unterschiede lernen

Karate besteht nicht aus „Auftragen und Polieren“ und Ninjas sind keine mutierten Schildkröten! Außerdem macht nicht jeder Kämpfer, der Tritte einsetzt, „Kung Fu“. Es gibt unzählige verschiedene Kampfkünste und Kampfsportarten; der folgende Artikel will die bekanntesten unter ihnen- allerdings nur die ostasiatischen- kurz vorstellen, um den Unwissenden wenigstens eine grobe Vorstellung zu verschaffen.

Ursprung

Martial Arts“ ist der Oberbegriff für sämtliche Kampfkunstsysteme. Die meisten von ihnen stammen aus dem ostasiatschen Raum und haben eine gemeinsame Wurzel: Es wird angenommen, dass es bereits vor Buddhas Lebzeiten Systeme gab, die zwar als Atemübungen gedacht waren, den heutigen Kampfsystemen aber sehr geähnelt haben. Untersucht man die Geschichte der Kampfkünste, so kommt man an einen Namen nicht vorbei, obwohl auch auch seine Existenz von heutigen Geschichtsforschern angezweifelt wird; Bodhirdarma. Dieser indische Mönch, der von 470 bis 543 gelebt haben soll, gilt als der 28. Nachfolger des Buddha und Begründer der Kampfkünste. Nachdem er eine Pilgerfahrt nach China unternahm, blieb er in einem buddhistischen Kloster, dem Shaolin. Da die Mönche von ihren langen Gebeten körperlich sehr schwach waren, verband Bodhirdarma Meditationstechniken aus dem Chanbuddhismus mit Übungen aus dem Kalaripayat (ein primitives indisches Kampfsystem mit Waffen), um die Mönche damit physisch zu ertüchtigen. Aus diesen Übungen entstand später das Quanfa, welches die Shaolinmönche zu gefürchteten Kämpfern im ganzen Land machte. Jedoch wurde das Kloster im Laufe der Jahrhunderte mehrfach zerstört und die Mönche, die sich retten konnten, mussten ihre Kampfkünste sichern, indem sie Schüler aufnahmen. Auf diese Weise verbreitete sich die Kunst der Shaolin im ganzen Land und je nach Meister und anderen Begebenheiten, wie religiöse Aspekte, entwickelten sich viele verscheidene Stile, die sich auch bald in anderen Ländern ausbreiteten und neue Kampfkünste entstehen ließen.

Kung Fu

Quanfa und Wushu sind nur andere Begriffe für die im Westen unter dem Namen Kung Fu („harte Arbeit“) bekannt gewordenen Systeme. Es gibt heute hunderte verschiedene Stile. Einige sind Tierstile, wie die ursprünglichen 5 Tierstile des Shaolin-Quanfa (Schlange, Kranich, Tiger, Leopart und Drache), der Affen-Stil, der Gottesanbeterin-Stil und andere. Durch diverse Kung Fu Filme ist auch das Drunken Boxing bekannt geworden. Auch Tai Chi Quan und Wing Tsun sind Kung Fu Stile. Man unterscheidet auch zwischen inneren und äußeren Schulen. Die äußeren Schulen setzen stark auf körperliche Fitness, woraus sich die akrobatischen Kunststücke entwickelt haben, die wir aus dem Fernsehen kennen. Die inneren Schulen dagegen legen den Akzent auf die Stärkung des Qi, der Lebensenergie. Insgesamt werden im Kung Fu sowohl Tritte, als auch Schläge, Hebel und Würfe in unterschiedlichsten Variationen trainiert.

Ein Shaolin Mönch bei einer kleinen Kung Fu  Vorführung:


Karate

Karate-Do, zu deutsch „Weg der leeren Hand“, bezeichnet die Kampfsysteme, die sich auf der heute japanischen Insel Okinawa entwickelt haben. Es ist eine Symbiose aus mehreren Kung Fu Stilen und des sogenannten „Te“, bzw. „Okinawa-Te“, eines Selbstverteidigungssystems, das von Bauern zur waffenlosen Abwehr der Samurai entwickelt worden war. Seine Techiken sind weniger weich als die Kung Fu Stile und es gibt 4 große Stilrichtungen: Shotokan, Goju Ryu, Wado Ryu und Shito Ryu. Karateka (Karatekämpfer) trainieren heute 4 große Bereiche: Kata (komplexe, vorgeschriebene Schattenboxkombinationen), Kihon (die Grundschultechniken, die ebenfalls ohne Partner geübt werden), Kumite (der Wettkampfsport) und Selbstverteidigung. Erlaubt ist wie im Kung Fu alles, Schläge, Würfe, Tritte und Hebel.

So sieht eine von vielen Katas aus: Die Goju Ryu Kata „Saifa“:

Teakwon Do

Teakwon-Do („Weg des Faustes und des Fußes“) ist die koreanische Form des Karate und damit die weltweit populärste Karatevariante. Die Techniken sind dem japanischen Karate sehr ähnlich, nur wird hier ein viel größerer Wert auf Tritte gelegt. Außerdem ist dieses System heute verstärkt auf den Wettkampf ausgerichtet, weshalb sie im Gegensatz zum traditionellen Karate mehr auf größere Distanzen zwischen zwei Gegnern aus ist (für eine offene Kampfsituation auf der Kampffläche).

Ein paar Ausschnitte aus verschiedenen Teakwon-Do Kämpfen:

Judo

Judo ist ein japanisches Kampfsystem, das „weicher Weg“ bedeutet. Weich, weil es in diesem System heute weder Schläge, noch Tritte, sondern fast ausschließlich Würfe, Hebel und Würgegriffe gibt. Ziel ist es, den Gegner nach Möglichkeit mit seiner eigenen Kraft zu bezwingen und zu Boden zu bringen.

Ein Judokampf:

Ninjutsu

Dies ist die Kampfkunst der legendären Schattenkrieger, der Ninja. Ninjutsu (japanisch für „Kunst des Erduldens“) hat seine Ursprünge im mittelalterlichen Japan. Ninja waren Spione und gleichzeitig Auftragskiller, die sich in die Dienste von Landesherren gestellt haben. Ihre Hauptaufgaben bestanden, wie erwähnt, in der Spionage von Feinden und in der Tötung ebendieser. Die waffenlosen Kampftechniken des Ninjutsu ähneln in ihrer Form der des Karate, allerdings gehören auch Techniken des Schleichens und Versteckens zu diesem System. Auch der Umgang mit Schwertern, Wurfsternen, Rauchbomben und anderen Waffen werden hier gelehrt; sogar Giftmischen zählt zu den ursprünglichen Aspekten dieser Kampfkunst.

Ninjutsu-Demonstration:

Sumo

Sumoringen kommt ebenfalls aus Japan. Diese Kampfkunst blickt auf eine sehr lange Tradition zurück; die erste bekannte Erwähnung des Systems stammt aus dem Jahr 712. Ein Sumokampf findet statt in einer kreisrunden Kampffläche. Erlaubt sind hier nur Schläge mit der offenen Hand und Würfe. Ziel ist es, den Gegner aus dem Gleichgewicht zu bringen, sodass er entweder die Fläche außerhalb des Ringes berührt, oder aber den Boden der Kampffläche mit einem anderen Körperteil als den Fußsohlen. Gleichgewicht spielt die zentrale Rolle für die Sumotori (Sumoringer). Darum legen sie wert darauf, sich ein stattliches Kampfgewicht zuzulegen und sie trainieren, um möglichst immer standhaft zu bleiben.

Ein Sumoringkampf:

Aikido

Das japanische Aikido lässt sich mit „Weg der Harmonie im Zusammenspiel mit Energie“ übersetzen und es handelt sich hierbei um ein reines Verteidigungssystem, das keinerlei Angriffe kennt. Wie beim Judo gibt es hier grundlegend keine Tritte und Schläge. An Techniken werden nur Hebel und Würfe angewendet, mit dem Ziel, die Kraft des Gegners zu nutzen, um seine Angriffe zu neutralisieren und den Aggressor außer Gefecht zu setzen.

Eine Aikido Vorführung, in der der eine Aikidoka Karatetechniken einsetzt, die sein Partner abwehrt:

Muay Thai

Diese auch als Thaiboxen bekannte Kampfkunst ist der Nationalsport Thailands. Im Mittelalter als Kampfkunst entstanden, die über umfangreiche Techniken verfügt und sogar den Umgang mit Waffen lehrte, ist das moderne Muay Thai heute besser bekannt als waffenlose Vollkontakt-Kampfsportart, die in einem Boxring ausgetragen wird und sowohl Tritte mit dem Fuß, als auch mit dem Knie gestattet und zudem noch Schläge mit der Faust und mit dem Ellbogen (zum Vergleich: in der westlichen Variante, dem Kickboxen, ist der Einsatz von Ellbogen und Knie in den meisten Staaten untersagt).

Ausschnitt eines Muay Thai Kampfes:

Es gibt im ostasiatischen Raum noch unzählige weitere Kampfkünste. Diese aber sind die wohl bekanntesten und populärsten. Der laienhafte Leser dieses Artikels hat nun keinen tiefen Einblick in die Systeme erhalten, aber sollte Eindrücke über die grundsätzlichen Wesensunterschide dieser Systeme bekommen haben. Kung Fu und Karate sind für ihn nun nicht mehr dasselbe- Hoffentlich!

MC


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