Thrillerpfeife

Lazarusorden – Zombie-Ritter

Posted on: Dezember 19, 2008

Lazarusorden – Zombie-Ritter

Aus Büchern und dem Fernsehen sind sie wohl jedem bekannt; die drei großen Ritterorden aus den Kreuzzügen:  Johanniter, Deutscher Orden und vor allem die Templer. Diese waren aber nicht die einzigen Ritterorden, die im Heiligen Land für das Christentum gekämpft haben. Es gab viele andere kleinere Ritterorden. Einer von ihnen hieß „Militärischer und Hospitalischer Orden des Heiligen Lazarus von Jerusalem“.

Benannt nach dem von den Toten auferweckten Lazarus aus dem Johannes-Evangelium wurden die Ritter dieses Ordens ihrem Schutzpatron voll und ganz gerecht:

Leprakranker Mann

Er ging irgendwann zwischen den Jahren 1130 und 1145 aus einem Leprosorium vor den Stadtmauern Jerusalems hervor, also aus einem Hospital speziell für Leprakranke und er bestand zunächst auch selbst nur als Leprakranken.

Leprakranke, auch Aussätzige genannt, wurden im Mittelalter aus der Gesellschaft ausgeschlossen, weil man zurecht Angst hatte, man könnte von ihrer schrecklichen Krankheit angesteckt werden. Sie wurden gesellschaftlich somit für tot erklärt und mussten ihr Dasein außerhalb der Stadtmauern ihrer Heimat verbringen, bis sie langsam starben. Und gewiss war das niemals ein schöner Tod, denn Lepra ist keine schöne Krankheit. Schmerzhafte klaffende Wunden, die fleckenförmig den ganzen Körperüberziehen und Verstümmlungen ganzer Gliedmaßen lassen die Leprosen langsam dahin siechen. Kein Wunder also, dass die Lazariter wie lebende angefaulte Leichen aussahen; wie die Zombies in Michael Jacksons Thriller.

Nachdem 1187 Jerusalem von den muslimischen Truppen Saladins übernommen wurde, verlegte der Orden seinen Sitz nach Akkon. Bisher war die Hauptaufgabe des Ordens die Pflege von Leprakranken, doch von nun an nahm er verstärkt leprose Kreuzritter auf, besonders Johanniter und Templer. Diese wurden zwar nicht dazu gezwungen, ihren eigenen Orden zu verlassen, aber es wurde ihnen nahe gelegt. So bestand der Lazarusorden nun zu einem großen Teil aus kranken ehemaligen Tempelrittern.

Das Symbol der Lazariter

Wer glaubt, leprakranke Ritter seien zu geschwächt gewesen, um zu kämpfen, der irrt. So lange sie überhaupt noch eine Hand hatten, konnten sie auch ein Schwert halten und so lange sie noch nicht zu geschwächt waren, konnten sie reiten. Selbst König Balduin IV. war leprakrank und er konnte sein Reich trotzdem bis zu seinem Tod regieren. Die Lazarusritter konnten kämpfen und sie kämpften verbissen. Nicht nur die Motivation, das Heilige Land vor den Heiden zu retten und der Christenheit zum Sieg zu verhelfen, nicht nur das Paradies bot ihnen Anreiz zum Kampf. Nein, ihr Motto war es, lieber auf dem Schlachtfeld einen ehrenhaften Tod zu finden, als langsam, qualvoll und jämmerlich im Krankenbett dahin zu siechen. Sie kämpften also, um zu sterben.

Daher müssen ihre Feinde in den Schlachten von La Forbie (1244) und Mansurah (1250) gedacht haben, gegen Dämonen zu kämpfen, denn so sahen die Lazerner aus und so stürzten sie sich in den Kampf.

Bis 1253 hatten alle leprosen Lazarusritter ihre Erlösung im Tod auf dem Schlachtfeld gefunden und nachdem die Kreuzritter das Heilige Land an die Moslems verloren hatten, zogen sie sich auf ihre abendländischen Besitzungen zurück. Die Lazerner gibt es auch heute noch, nur ist er heute nicht mehr militärisch, sondern nur noch hospitalisch tätig.

Wissenswert ist es aber dennoch, dass es neben den mythenüberzogenen Tempelrittern und anderen Ritterorden auch einen kleineren Orden gegeben hat, der aus leprakranken Rittern bestand.

MC

(Ein paar Internetquellen)

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