Thrillerpfeife

VRR Kontrollen – ein Experiment.

Posted on: November 11, 2008

Der folgende Artikel ermutigt zur Nachahmung bestimmter Verhaltensweisen, die ich als Fahrgast der U35 in beide Richtungen anzuwenden pflege:

Stellt euch vor ihr sitzt in der U- oder Straßenbahn und eine Kontrolleur taucht auf. In der Regel passiert folgendes: jeder der diesen Menschen im Dienste des jeweiligen Verkehrsbetriebes, in dessen Einzugsgebiet man gerade reist, erblickt, kramt nach seiner Fahrkarte, sofern er meint eine gültige zu besitzen und präsentiert sie ihm. Nein, ich korrigiere mich … der verantwortliche Mensch zückt erst seine Gerätschaft, ein schwarzes, längliches Plastikungetüm, was wiederum eben jene beschrieben Reaktion der Fahrgäste auslöst. Zu eben diesen Menschen gehörte ich auch mal.

Ja, ihr habt das Präteritum erkannt, denn ein Gespräch, dass ich mit einem Freund in einer Straßenbahn in Düsseldorf geführt hat, änderte eben jenes automatisierte Verhalten und seitdem ist jede Ubahn Fahrt mit einem Kontrolleur ein kleines Erlebnis Dank schelmischer Triebe meinerseits. Mein Freund berichtete mir nämlich davon, dass die Verkehrsbetriebe nur in bestimmten Abständen, also der Quote gemäß kontrollieren dürfen. Das diese Quote, unlängst durch die massive Präsenz der Kontrolleure überschritten sein durfte, erschien mir mehr als logisch, da ich manchmal genauso oft kontrolliert worden bin, wie ich Fahrten mit der Ubahn getätigt hatte. Wie also umgehen Kontrolleure diese Quote, die es angeblich gibt und nach der ich meinem Empfinden nach überkontrolliert worden bin?

Nun ein Kontrolleur muss, damit der Passagier seiner Pflicht eine gültige Fahrkarte vorzuweisen nachkommen kann, den Passagier dazu affordern. Wenn ein Kontrolleur eine solche Aufforderung nicht AUSSPRICHT und der Passagier trotz alledem rein aufgrund der Präsenz des Kontrolleurs seine Fahrkarte zückt und sie ihm zeigen möchte, wird kein Kontrolleur nein sagen. Und erwischt der Kontrolleur auf diese Weise einen Falsch- oder Schwarzfahrer, ist er von schon von dienstwegen gezwungen, die entsprechenden Sanktionen einzuleiten. Was aber passiert, wenn eben genannter Kontrolleur ignoriert wird, behandelt wird wie jeder andere Fahrgast auch, sprich man die Uniform und den Schwarzen Kasten in der Hand in das periphere Sehen drängt, einfach nur weil, man sich aufgrund fehlender verbaler Anzeichen, nicht im Ansatz dazu aufgefordert sieht, ganz freiwillig, so mir nichts dir nichts einen Beleg über die gültige Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs vorzuzeigen: ES PASSIERT NICHT.

Ich konnte es anfangs selbst nicht fassen, aber die Wahrheit ist, dass während alle Menschen um mich herum kontrolliert werden, werde ich ebenso ignoriert, wie ich eben jene Kontrolleure ignoriere. Ich muss zugeben, dass ich beim ersten Mal eine Dame hatte, die ohne ein Wort zu mir zu sagen, vor mir stehen geblieben ist und ich weich geworden bin. Allerdings nicht ohne sie zu fragen, ob sie mich denn nicht zum Fahrkartenzeigen auffordern müsse, was sie sehr unglaubwürdig und unentschlossen verneinte.

Seitdem ziehe ich das durch. Wenn mich ein Kontrolleur nicht direkt anspricht oder es versäumt im Waggon oder innerhalb der Gruppe von Fahrgästen, der ich durch meine Sitzwahl unfreiwillig angehöre, in Hörweite mitzuteilen, dass man doch seinem Dienst als Kontrolleur nachgehen möchte, komme ich erst gar nicht auf die Idee nach meiner Geldbörse zu greifen, in der sich das Objekt der Begierde, meine gültige Fahrkarte befindet. Natürlich kommt es hin und wieder vor, dass ich dann nochmal explizit auf meine Fahrkarte angesprochen werden, was ich mit einem Lächeln und dem prompten Herzeigen meines Studentenausweises mit gültigen Semesteraufdruck quittiere, aber auch das kommt der Genugtuung gleich, das einzige Wesen in der Ubahn zu sein, dass eben nicht der blinden Konditionierung nachkommt.

PS.: Ich habe leider keinerlei Informationen über mögliche Richtlinien zur Kontrolle in öffentlichen Verkehrsmitteln gefunden. Also wenn jemand etwas weiß, bitte posten.

STERIL

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2 Antworten to "VRR Kontrollen – ein Experiment."

:D:D:D
ich habs erst ma heute eiskalt durchgezogen!
natürlich zucke meine hand auch erst richtung tasche als die dame in schwarz rot auftauchte.. aaaaber ich konnte mich zusammenreißen… auch das grinsen konnte ich mir teilweise verkneifen als tatsächlich ALLLLE anderen einfach freiwillig ihren fahrschein zeigten und einer sogar erwischt wurde..
und die tante hat mich doch einfach angeguckt ich hab aber weiter in meine zeitung gestarrt…
und sie hat nix gesagt udn is weitergegangen!
mit einem nett hereingeflöteten „guten aaaabend!“ hat sie echt alle anderen dazu gebracht ihr das ticket zu zeigen…

was ich noch nicht so ganz verstanden hab.. warum dürfen die nicht ständig kontrollieren???

Es hat etwas damit zu tun, dass Kontrollen nur zu Stichprobenzwecken dienen sollen oder dürfen. Die genauen Reglements konnte ich ehrlich gesagt nicht finden. Ich habe heute allerdings eine interessante Meldung im Radio über Beschwerden in Münster gehört, wo Schaffner der DB teilweise Minderjährige aufgrund fehlender oder ungültiger Fahrerlaubnis (- fehlend weil die Automaten kaputt oder mit EC bzw. Kreditkarte zu bedienen sind -) in der absoluten Pampa aussteigen lassen, ohne sich ihrerseits darum zu kümmern, dass die abgeholt werden. Ich habe auch letztens mit einem Freund gesprochen, der einem DB Schaffner im ÖPNV an die Gurgel gesprungen ist, weil dieser seine Verlobte nach einem Wortgefecht, dass in erster Linie durch abfällige Bemerkungen und Verhalten des Schaffner angeheizt worden ist, auf den Bahnsteig geschubst hat. Das hat zwar mit dem VRR nicht zu tun, bleibt mir allerdings als mahnende Vorfälle im Gedächtnis. Bei Zweifel vor jeder Diskussion Dienstausweis zeigen lassen, Name und Personalnummer aufschreiben und dann falls nötig weiterreden. Auf keinen Fall eigene Ausweise oder ähnliches abgeben, da es auch schon Vorfälle gegeben haben soll, wo erregte Schaffner eben diese einbehalten oder aus Rage gültige Tickets zerissen haben. Das kann natürlich auch eine Reaktion auf entsprechendes Passagierverhalten gewesen sein, aber Passagiere sind trotz der ethischen Pflicht des menschlichen Umgehens miteinander im Gegensatz zum den Schaffnern nicht im Dienst. Das muss man sich immer klarmachen.

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